Meilenstein: TANZEN

Gestern haben wir drei zum 1. Mal außerhalb unseres Zuhauses getanzt! Alles, was wir brauchten, war unsere Picknickdecke, um uns - umgeben von tausenden anderen tanzenden Menschen - unser ganz eigenes Familienidyll zu schaffen. Unser Idyll legten wir nur wenige Meter vom See entfernt, fernab der tanzenden Massen, aber doch so nah, um das Festivalgefühl zu spüren...

Das Fest Karlsruhe 2017


Den Sand an den Füßen, den Sternenhimmel, die lodernde Atmosphäre kurz bevor es losgeht und die Menschen, die allesamt im Chor miteinstimmen und für diesen einen Moment dieses überwältigende Gemeinschaftsgefühl schaffen, das einem einfach nur Gänsehaut bereitet.

Ja, es war der bisher längste Tag für Mats. Der, der ihm zeigte, wie Flugzeuge bei Nacht leuchten, wie laut Grillen zirpen können, wie klar Sterne leuchten, wie hell Lichter flackern und wie diese Nacht, die er nur aus Liedern kennt, wirklich aussieht.

Spät war es, als wir uns auf den Nachhauseweg machten. Und doch waren alle Bedürfnisse mehr als erfüllt. Wir alle waren glücklich & Mats - gepusht durch seinen 3-stündigen Mittagsschlaf - hoch zufrieden bis er schließlich ins Bett fiel und binnen Minuten seine Äuglein schloss. Aber erst, als er mir noch erzählte, dass das "lala" nun "aus" war... dass die "Plizei" wieder nach "Hause" ging... und "Mats" nun auch ins "Bett" gehen würde.

Und genau SO soll Kindheit sein! 

Denn wer kennt sie nicht, die Tage, an denen das Lange-Wach-Bleiben vorprogrammiert und strengstens erlaubt war... das Hinfiebern darauf... und dann, das pure Auskosten des Moments, so lange bis die Augen ganz von alleine zufielen...

Eure AC

Ode an den Wutanfall

Ich kann es selbst nicht glauben, dass ICH das soeben geschrieben habe, und doch: seit jenem Donnerstagabend, der mir auf schmerzhafteste Art und Weise all meine Wunden vor Augen geführt hat, erlebe ich jeden Wutanfall von Mats noch sehr viel bewusster.



Zuvor war ich froh, wenn ich ihn dabei begleiten, aber doch möglichst schnell ablenken konnte. Zu schmerzhaft war es, ihn leiden zu sehen. Zu sehr erinnerte mich offenbar unbewusst seine Wut an die meines inneren Kindes. Alles versuchte ich von ihm fernzuhalten, was nur ansatzweise der Ohnmacht und Enttäuschung von damals ähnelte. Wollte ich doch alles anders machen.

Anders als meine Eltern.

Alles! Ich wollte ihm alles abnehmen, was ihn behinderte. Und behinderte damit wohl anfangs jeglichen Lernprozess. Wollte nicht, dass er traurig oder wütend war, und half ihm. Half ihm auch dann, wenn das, was ihm in diesem Moment am meisten geholfen hätte, es gewesen wäre seine Frustrationstoleranz auszubilden. Ihn den Moment aushalten zu lassen. Ihn daraus lernen zu lassen.

Emotionen erfahren zu lassen.

Denn mit Emotionen ist es schließlich so, dass jede einzelne erlebte Emotion abgespeichert wird und dem Gehirn dazu dient, sich weiterzuentwickeln, mit jedem Erfahren, mit jedem Erleben. Was aber, wenn von Klein auf alle Emotionen unterdrückt werden. Wenn nicht ausgelebt wird, was einen beschäftigt, wenn viel zu früh die Schalter auf "funktionieren und abliefern" gestellt werden?

Dann sammelt sich all das Nicht-Erlebte und will irgendwann erlebt werden. Dann, wenn es einen noch so kleinen Auslöser gibt, der mit einem Paukenschlag all das hervorruft, was so noch nie erlebt wurde.

Ich weiß nun, was die für mich größte Aufgabe als Mama ist: Ich werde es nicht zulassen, dass sich in Mats Emotionen anstauen. So schlimm es auch sein mag, ihn verzweifelt zu erleben, so glücklich bin ich nun, wenn ich weiß, dass sich gerade entlädt, was sonst irgendwann aus ihm herausgeplatzt wäre. In einer anderen, banaleren Situation. Und vielleicht gerade dann, wenn ihm dieses eine kleine Wesen gegenüber steht, das er über alles in der Welt liebt...

Eure AC

Unsere Kinderecken [fabfabstickers]

Ja, ihr habt richtig gelesen:

Ich lade euch heute ein zur Kindereckenführung

Mats Spielecke
Für uns hat es sich bewährt, in unserem Haus viele kleine Ecken für Mats einzurichten, anstatt eines großen abgeschlossenen Raumes, den er vermutlich eh kaum benutzen würde, da er viel zu gerne um uns herum ist und wir ihn viel zu gerne um uns herum haben .

Jede Ecke hat eine ganz besondere Bedeutung für ihn - und für uns. So gibt es die Musik-Ecke, die wir ihm mit Kissen und Kuscheltieren in unserem Badezimmer eingerichtet haben. Für ihn, der perfekte Moment zum Abschalten und Durchatmen, wenn ihm gerade alles ein wenig zu viel wird. Für uns, die Möglichkeit uns ohne Stress und Eile für den Tag fertig zu machen. Er genießt es & liebt seine Kinderlieder. Und ich genieße meinen Mama-Moment...

Dann gibt es die Werkzeug-Ecke, die ich in meinem Arbeitszimmer eingerichtet habe, um hin und wieder auch einmal kurz den Papierkram erledigen zu können. Auch das mit einem guten Gefühl, da er neben mir werkelt und meist konzentriert an seiner Werkbank arbeitet, sodass ich die verbleibenden Minuten dazu nutzen kann, das Nötigste abzuhaken. Viele von euch kennen die Werkzeugecke vermutlich auch schon aus unseren #instastories bei instagram.

Ikea-Boxen mit fabfabstickers
Und dann gibt es da noch sein Spielzimmer und die kleine Lese-Ecke bei uns im Wohnzimmer. Beides möchte ich euch nun gerne in einem kleinen Video zeigen. Als kleinen Zusatz führe ich euch dann noch kurz in Mats Kinderzimmer, das ihr wahrscheinlich aber ja auch schon aus diesem Kinderzimmer-Post kennt.

Mit den Stickern von fabfab habe ich hier und da alles noch etwas individueller gestaltet. Die Sticker sind von absolut robuster Qualität - also weit entfernt von Aufklebern, wie ihr sie aus euren Alben von früher kennt - und lassen sich problemlos auf allen Materialien anbringen. Aber, das was mich persönlich am meisten überzeugt hat, war, dass sie sich ebenso leicht - ganz ohne Spuren - wieder ablösen lassen. Von Holz, Tapeten oder auch den Ikea-Boxen .


Gewinnt 2 Päckchen fabfab-Sticker eurer Wahl!!


Schaut einfach auf meinem instagram-Account vorbei, dort erhaltet ihr alle Infos zum Gewinnspiel.




Und nun wünsche ich euch beim Hereinschnuppern viel Spaß & sage 'herzlich Willkommen' & hereinspaziert...

Teil 1


Teil 2


Eure AC

Über meine 2 Kinder

Ich bin AC. Und ich habe zwei Kinder. 


Mats. 
Und ein inneres Kind.

Zu Mats verbindet mich innige Liebe. Zu meinem inneren Kind purer Hass. 

Denn ich trage es in mir und es macht mich verletzlich. Es erinnert mich an die Zeit, in der ich hilflos war, verbale und körperliche Gewalt tagtäglich miterleben musste. Und bricht gerade dann aus mir heraus, wenn es am schmerzhaftesten ist. In Situationen mit dem Menschen, den ich am meisten liebe. Mats.

Was war geschehen?


Es waren die Tage nach der Impfung. Mats wirkte angespannt, er hatte mit sich, und dem, was in seinem Körper passierte zu kämpfen, das merkte ich ihm an. Ich versuchte ihn zu unterstützen, wo ich nur konnte. Vieles half, einiges auch nicht. Und am Ende von 7 sehr anstrengenden Tagen, meist ohne den Babypapa, war ich stolz: 

Stolz, ihm ehrliches Verständnis entgegengebracht zu haben. Stolz darauf, Rücksicht auf ihn genommen zu haben. Stolz auch, und vor allem, auf meine Geduld, dieser einen Sache, mit der ich bis heute noch an mir arbeite. Doch dieses Mal hatte es funktioniert. Ich strahlte Ruhe aus, in dieser Phase, in der er sie am meisten gebrauchen konnte.



Doch dann passierte es...


Es war bereits spät. 21:15. Doch Mats, der sonst so offen mit seiner Müdigkeit umgeht, sich selbst ins Bett kuschelt und uns sagt, wenn er müde ist, wollte partout nicht ans Schlafen denken und erklärte unser Wohnzimmer zum Abenteuerspielplatz. Weil ich wusste, dass es nichts bringen würde, es dennoch zu versuchen, ließ ich ihn bei uns, erklärte ihm aber, dass wir nun so müde vom Tag waren, dass wir nicht mehr mit ihm spielen wollten, er aber bei uns bleiben und alleine spielen konnte. 

Ich weiß nicht, was es war, vielleicht hatte er mich falsch verstanden, vielleicht war er traurig zu hören, dass er nun keinen Spielpartner mehr hatte, vielleicht merkte er in diesem Moment selbst, dass er eigentlich müde war, denn urplötzlich platzte es aus ihm heraus. So friedlich wie er eben noch in seiner Spieleecke bei uns im Wohnzimmer saß, so verzweifelt saß er nun da: er schrie aus vollem Leibe, kreischte und ließ sich nicht beruhigen. 

Als das Telefon klingelte und der Babypapa gerade in diesem Moment ein Gespräch aus der Firma entgegennehmen musste, fühlte ich mich in die Ecke gedrängt. Ich war überfordert, sah und hörte nur unser schreiendes Kind, das ich nicht beruhigen konnte, und beschloss ihn in sein Kinderzimmer zu tragen, um dem Babypapa Ruhe zu verschaffen, und mich mit ihm gemeinsam etwas beruhigen zu können.


Er wehrte sich! 


Ich wusste nicht, wie mir geschah, als er um sich schlug, als er mich schlug. Als ich ihm sagte, dass wir nun in sein Kinderzimmer gehen würden, wehrte er sich mit aller Macht, sodass ich ihn nur schwer halten konnte. Ich hatte mit ihm zu kämpfen, mit mir zu kämpfen, und dann war da ja noch dieses wichtige Telefonat... ein Moment, der mich überwältigte.

In diesem einen Moment hatte ich das Gefühl, nicht auf sein Bedürfnis hören zu können, weil sein Schreien durch das ganze Haus schallte, und versuchte daher alles, ihn in einen separaten Raum zu bringen, um dort auf ihn eingehen zu können, wie ich es sonst immer tat. Doch, da er um sich schlug, hielt ich ihn fester als sonst. Redete auf ihn ein. Schaffte es nicht mit meiner normalen Stimmlage an ihn heranzutreten und wurde lauter. 


Und da war er, dieser Blick, den ich nie vergessen werde

Als ich ihn hochgenommen hatte, tat ich dies offenbar energischer als sonst. Dazu mein Herzklopfen. Meine Anspannung. Das Gefühl, nichts machen zu können. Die Hilflosigkeit. Das eigene Unvermögen zu spüren. Ohnmacht! Wut! 

Und als ich in seine Augen blickte, sah ich ihn. Und ich sah mich. Als Kind. 

Ein Moment, der mir Gänsehaut bereitete, und den ich wohl für immer in mir tragen werde. Sein Blick zeigte mir, dass er nicht verstand, was gerade los war. Es war ein Wutanfall, und doch, war Mama nicht dieselbe, die sie sonst war. Und irgendwo in diesen mich so entgeistert anblickenden Kinderaugen, die mir sagen wollten "Mama, wo bist du?" sah ich ein Fünkchen Angst, dass die Mama, die Mats vom 1. Tag an kennt, die Person, die Stunde für Stunde um ihn herum ist, gerade eine andere ist. 

Es war einer der wohl schlimmsten Momente für mich als Mutter. 


Hatte mein Kind tatsächlich Angst vor mir? 


Der Babypapa, der all das mit dem Hörer am Ohr von Weitem beobachtete, sagte mir danach, dass es keine Angst vor mir war, die er in Mats Gesicht sah, sondern Angst davor, nicht zu wissen, ob Mami ihn gerade noch lieb hatte. Seine Worte machten mich noch trauriger. Denn genau DAS soll Mats doch immer wissen. Er soll wissen, dass ich ihn immer liebe, ganz egal, was ist. Ganz egal, was kommt.

Noch lange musste ich über die Situation nachdenken. Wie konnte es sein, dass ich tagelang eine solche Ruhe ausstrahlte und dann urplötzlich so überfordert war, dass die Wut in mir aufstieg, ich ihn nicht beruhigen konnte und die Situation für uns beide so ausartete. Anstrengende Tage lagen hinter uns, ich war müde vom Tag. Und doch verstand ich selbst diese ruckartige Veränderung nicht, konnte sie nicht zuordnen und war schockiert davon, wie mein Gesichtsausdruck offenbar reichte, um Mats so zu erschrecken: ihm das Gefühl zu geben, er hätte etwas ganz Schlimmes getan oder das, dass seine Mami gerade nicht für ihn da war.

Es war offensichtlich, dass Mats Verzweiflungsanfall nicht der tatsächliche Grund für meine Emotionen war, es war lediglich der Auslöser, der alles in mir aufkochen ließ, was ich, als ich selbst Kind war, nicht durchleben konnte, weil ich stets funktionierte. Weil es schließlich meine Aufgabe war, Emotionen zu verstecken, dass bloß niemand erfuhr, was in meiner Familie abseits vom Schein der Außenwelt, wirklich passierte...


Das innere Kind in mir. Verletzt! Wütend! Ohnmächtig!

Nachdem ich mich entschuldigt hatte, mit Mats kuschelte, und wir beide vor uns hinschluchzten, hörte ich in mich hinein. Erinnerte mich an dieses 2. Bild, das in diesem Moment aufkam. Ich sah mich. Als Kind. Als Jugendliche. 


Eine Art Déjà-Vu, das so intensiv war, dass es mir Schmerzen bereitete. 

Ich kannte dieses Gefühl nur allzu gut von früher. Hatte es verdrängt. Und nun waren sie wieder da, die Wunden der Zeit, in die Mats mich zurückversetzt hatte. Meine Kindheit.

Ich stand im Wohnzimmer meiner Eltern. Schrie meinen Vater an, der wie jeden Abend betrunken nach Hause kam und nach kurzer Zeit ins Delirium fiel, um am nächsten Morgen wieder funktionieren zu können. Der Welt da draußen beweisen zu können, dass alles in Ordnung war. Ich sah, wie ich meine Mutter in den Arm nahm, nicht wusste, ob ich weinen oder schreien sollte, wenn sie mir wieder und wieder sagte, dass sie das all das nur für uns tat. Sie für uns die Familie aufrechterhalten wollte, so lange es nur irgendwie ging. Sie uns nicht den Vater nehmen wollte. 

Und ich sah mich, AC, die irgendwann die Mutterrolle annahm. Ihrer Mutter die Worte in den Mund legte, ihr die einzige Gesprächspartnerin war, weil sie sich niemand anvertrauen wollte. Sich nicht eingestehen wollte, was in unserer Familie wirklich passierte. All die Lügen nicht aufdecken wollte. "Was denken denn sonst bloß die anderen", das eine Mantra meiner Kindheit, das ich so fest eingetrichtert bekam, dass es wie ein Stempel auf mein Leben aufgedrückt wurde.

Ich sah mich, AC, die ihren Vater beschimpfte. Ihm zeigen wollte, wie sehr er uns alle verletzte. Ihm zeigen wollte, wie sehr ich ihn hasste. Wie sehr er unser Leben zerstörte... er... der Alkohol... 

Und ich sah mich, AC, die sich ihre kleine Schwester schnappte, wenn die Streitereien zu laut wurden, sich mit ihr ins Bett verkroch, ihr die Kopfhörer aufsetzte und wieder nach draußen ging, um zu hören, ob Mama Hilfe brauchte. 


Lange Zeit wusste ich nicht, ob ich selbst jemals Kinder haben wollte



Was, wenn es meinen Kindern irgendwann genauso ergehen würde? Was, wenn die heile Welt nur anderen vorgegaukelt werden würde? Was, wenn ich dem Anspruch an mich als Mutter nicht gerecht werden würde?

Unter Tränen sitze ich hier und kann euch aus ganzem Herzen schreiben, dass ich so unendlich dankbar bin, dieses Gefühl nicht aufgrund der Erlebnisse aus meiner Kindheit verpasst zu haben. 

Und ich weiß, dass ich auch deshalb den bedürfnisorientierten Weg eingeschlagen habe, um alles so anders wie nur irgendwie möglich zu handhaben. Um auf Mats zu hören. 

Weil ich mir damals gewünscht hätte, man hätte auf mich gehört. Hätte mich angesehen.

So war ich es doch, die immer und immer wieder bettelte, dass all dies eine Ende haben sollte, sie sich trennten, sie uns ein ruhiges Leben führen ließen. Doch, ich wurde nicht gehört. Erst ganz spät. Als alles fast schon zu spät war. 


Die Last all der Jahre, in denen ich nicht Kind sein durfte, brach wortwörtlich irgendwann über mir zusammen. Irgendwann habe ich mich davon befreit. Seitdem wachse ich. Ich wachse Tag für Tag. Und noch nie bin ich so sehr gewachsen wie mit Mats, der mich das erleben lässt, was ich niemals hatte. Eine Kindheit.

Die persönlichste aller Rezensionen zu "Das gewünschteste Wunschkind"

Die persönlichste aller Rezensionen zu Das gewünschteste Wunschkind 

Das gewünschtestes Wunschkind


Der Moment, an dem ich merkte, dass sich etwas ändern  m u s s t e  und ICH etwas ändern  w o l l t e, wird mich für immer begleiten. Zu oft hatten sich zuvor die Tage gehäuft, an denen ich abends ins Bett fiel und unzufrieden mit mir war. Mit mir als AC, mit mir als Mama. 

Ich wollte entspannter mit allem umgehen. Doch, das alleine setzte mich noch mehr unter Druck. Ich merkte, dass ich ich eigentlich für mich gar nicht wusste, wie ich in bestimmten Situationen auf Mats Unzufriedenheit, auf seine Verzweiflungsanfälle, auf nächtliches Weinen reagieren wollte. Dass ich nicht wusste, ob und wann wir ihn "erziehen" mussten. Dass ich nicht mehr auf mein Bauchgefühl vertrauen konnte, weil es lediglich die eingebrannten Phrasen aus meiner eigenen Kindheit rezitierte, die mich noch unglücklicher stimmten, weil ich merkte, dass das nicht ich war...

Dieses wunderbare Buch war schließlich mein Augenöffner. 

Ich verstand auf einmal viel mehr, wie es in Mats aussah, konnte seine Reaktionen viel besser nachvollziehen und wusste auch, was er einfach aufgrund seiner Entwicklung noch nicht steuern  k o n n t e. Es war für mich die pure Erleichterung dieses Buch zu lesen. Gleichzeitig aber auch die größte Herausforderung. 

Denn, was nun folgte, war weniger schön. 

Ich bemerkte, wie viel sich da schon klammheimlich eingeschlichen hatte und sah in den ersten Tagen den Wald vor lauter Bäumen nicht. In schwierigen Situationen fing mein Kopf regelrecht an zu rattern, die Seiten des Buches abzuspulen, auf der Suche nach der Lösung. Zu unsicher war ich auf einmal, nun da ich wusste, was ich alles NICHT mehr machen wollte. Und als ich schon aufgeben wollte, kam der Moment, in dem ich merkte, dass schon nach kurzer Zeit einiges ganz automatisch aus mir heraussprudelte. Keine Phrasen von früher, es waren nun meine Phrasen!

Matsspatz - unser gewünschtestes Wunschkind 

Das Mamaleben bedürfnisorientiert zu gestalten, hat mich nach 32 Jahren endlich entspannter werden lassen. Denn weil ich zuvor nicht auf MEINE Bedürfnisse gehört hatte, war es in der Folge auch nicht möglich, die so sehr erstrebte Unbeschwertheit zu erlangen. Und Mats Kindheit bedürfnisorientiert zu leben, hat mir gezeigt, was LEBEN wirklich ist! Es ist ein Auskosten des noch so kürzesten Moments, ein absolutes Vertrauen auf das Gefühl, ein Ausschalten der Anderen, ein Zurückbesinnen auf das Wesentliche.

Und so sind wir gewachsen. Miteinander. 

Und glaubt mir, gerade heute weiß ich: wir sind noch lange nicht angekommen. Aber ich weiß auch, dass dieses Buch mehr ist, als ein Erziehungsratgeber. Denn, so pathetisch wie es sich anhören mag, war es für uns der Beginn auf dem Weg zu einer neuen Zufriedenheit.

Aus diesem Grund ist es mir eine Herzensangelegenheit "Das gewünschteste Wunschkind" in die Welt hinauszutragen!! 

Eure AC

Wenn Bilder mehr sagen, als Worte es je könnten ♡

Wenn Bilder mehr sagen, als Worte es je könnten ♡.

Kennt ihr die Momente, wenn euch ein Bild so ergreift, euch so Vieles daraus lesen lässt, dass ihr einfach nur dasteht und genießt? Mir geht das häufig so. Wenn andere im Sekundentakt die Bilder bei insta durchscrollen, geht es mir häufig so, dass mich EIN Bild so fesselt, dass ich es noch lange für mich anschaue, mir die Situation und die Menschen dahinter vorstelle oder mir meine ganz eigene Geschichte darummale. 

Sonst erzähle ich euch mit Worten meine Geschichten. Heute möchte ich Bilder sprechen lassen. Bilder, voller Momente, die es festzuhalten galt. Bilder, voller Liebe. Bilder, voller Lebensfreude. Und Bilder, die perfekt zum heutigen #flowerfriday passen.

Genießt sie! Meine Lieblingsbilder der lieben 

@__jehni
@caroline.apfelsine
@kleinealma
@what_eva_loves



Eure AC

Die 10 liebsten Bücher vom 20-Monats-Matsspatz

Morgenstund ist Lesestund

Jeden Morgen genießen wir sie aufs Neue: unsere kuschelige Lesestunde. Und so kramen wir tagtäglich in unserer Bücherkiste und stellen euch dabei die ein oder anderen Bücher vor. Unsere aktuelle Liebstenliste findet ihr heute zusammengestellt hier auf dem Blog. Die einzelnen Bücher habe ich euch selbstverständlich mit einem Klick auf das jeweilige Bild verlinkt. 

Viel Spaß dabei 


Eure AC


#1: Liederbücher

Die schönsten Lieder für die Kleinen




Nicht wegzudenken sind unsere Liederbücher. Von Anfang an hat sich Mats durch unser Singen beruhigen lassen, sodass wir schnell Buch Nummer 1 von vorne bis hinten durchgesungen hatten. Aus diesem Grund haben wir einige unterschiedliche und wechseln immer gerne ab, aber dieses hier ist von allen unser liebstes. Nicht nur die Illustrationen sind einfach zauberhaft, auch die Liedzusammenstellung ist perfekt. Ihr werdet es lieben. 



#2: Kaninchen ist sooo müde

Kaninchen ist sooo müde



Ein ganz zauberhaft gestaltetes Klappen-Buch mit dem lieben Kaninchen, das so einfach sooo gerne schlafen möchte. Am Ende helfen ihr alle die, die sie zuvor noch vom Schlafen abgehalten haben. Ein Kinderbuch, wie ein Kinderbuch eben sein soll. 





#3: Unser 1. Vorlesebilderbuch

Bobo Siebenschläfer: Geschichten für ganz Kleine



Bisher hieß "Lesen" bei uns, gemeinsam Bücher anzuschauen, herauszudeuten, was uns ganz besonders gefiel, Wörter zu benennen und unsere eigenen kleinen Geschichten zu erfinden. Nun mag es Mats immer mehr, wenn wir ihm vorlesen. Allerdings sind ihm Vorlesetexte meist noch zu lang. Bobo Siebenschläfer - ausgekramt aus meinen Kinderbüchern von früher - schafft dank der vielen Bilder eine perfekte Kombination zwischen Vorlesegeschichte und Bilderbuch. Und wahrscheinlich hört Mats auch deshalb so gebannt zu, weil Bobos Geschichten aus dem ganz typischen Kleinkindalltag sind und ohne Umschweife erzählt werden. Ich bin mir sicher, Bobo wird uns noch einige Jahre begleiten ♡.


#4: Klappenbücher

Mit Handwerker Toni auf der Baustelle



Mats erfreut sich schon immer ganz besonders daran, genau das zu lesen, was er selbst auch in seinem Alltag beobachtet und wahrnimmt. Und so war Handwerker Toni während unseren Umbauten kaum mehr wegzudenken. Ganz besonders haben es ihm die vielen Klappen angetan, die er während des Lesens immer fleißig umklappt .




Mit Feuerwehrmann Paul im Einsatz





Aber natürlich dürfen auch die abenteuerlichen Geschichten eines Feuerwehrmanns im Leben eines jeden Kleinkindes nicht fehlen. Einen Tag im Leben von Feuerwehmann Paul zu erleben/ "erlesen", ist noch heute eines der Highlights für Mats während unserer Lesestunde .






Mit Bauer Max auf dem Bauernhof




Mats liebt sie einfach: Geschichten auf dem Bauernhof. Egal, ob auf den Bildern Tiere zu sehen sind, Maschinen, Traktoren oder Blumen, Mats hat auf jeder Seite so Vieles zu entdecken, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzuhören ♡.






#5: Fahrzeugbücher

DUDEN: Die Fahrzeuge. Kennst du das? 



Ich hätte es nie gedacht, aber schon jetzt gibt es für Mats nichts Spannenderes als Fahrzeuge!! Jeden Donnerstag folgen wir der Müllabfuhr, täglich statten wir den Baggern auf der Baustelle einen Besuch ab und natürlich dürfen auch der Rasenmäher & Co nicht fehlen. In diesem Fahrzeugbuch hat er nun alle beisammen und zeigt stolz auf all die Fahrzeuge, die er bereits kennt ♡.





#6: Geschichten vom Hasenkind

Nur noch kurz die Ohren kraulen

Badetag für Hasenkind


Zwei zuckersüße Mitmachbücher: 

Mats liebt es sein Hasenkind ins Bett zu begleiten oder es zu baden 











Die Illustrationen sind wirklich zauberhaft und - ganz ohne Klappen, Schieber & Co - veranlasst hier allein Text die Kinder zum Mitmachen, sodass es mit dem Hasenkind noch nie langweilig wurde .






#7: Liebeserklärungen

Ich lieb dich für immer...


Die wohl schönste Liebeserklärung - an Kind und Mama. Nicht nur für Kinder, sondern - ehrlich gesagt - gerade auch für deren Eltern ein unglaublich bewegendes Buch, welches man einfach sehr gerne immer und immer wieder zur Hand nimmt. Mats lauscht inzwischen ganz aufmerksam, obwohl die Geschichte seine bisher längste Vorlesegeschichte ist. Und dennoch ist er immer ganz fasziniert. Vielleicht auch, weil nach jedem kleinen Kapitel dieselbe Melodie kommt, die sich jede Mami, jeder Papi für sich eigens ausdenken kann. Unsere Melodie entsprang einfach aus dem Moment heraus und hat sich bis heute gehalten... 




#8: Such- und Findebücher

Mein erstes Such- und Findebuch: Draußen ist was los!


Ihr kennt es aus den instastories inzwischen wohl in und auswendig, da es zur Zeit zu Mats absoluten Lieblingsbüchern gehört: das Such- und Findebuch mit seinen ganz anderen, ganz besonderen Illustrationen, die ich so zuvor noch in keinem anderen Buch gesehen habe. Zugegebenermaßen hatten wir anfangs etwas Mühe anhand der Grafiken die jeweiligen Tiere zu unterscheiden, aber wie ich jetzt weiß, wurde das wohl bewusst so gewählt, um der Kreativität der Kinder freien Lauf zu lassen. Die Doppelseiten zu je anderen Themen sind jede für sich kleine Mini-Geschichten, in denen es sich so so viel entdecken lässt, dass wir dieses Buch immer unglaublich lange gemeinsam anschauen. Eine besonderes Extra sind die kleinen Gucklöcher, die es auf den Seiten zu bewundern gibt. Ein sehr fantasievolles Buch, das wir erst lieben lernen mussten, aber Mats vom ersten Blick an geliebt hat, und so soll es schließlich auch sein ♡.


#9: Bilder- und Wörterbuch

Das alles sind Bilder und Wörter


Gerade sind wir in einer ganz wundervollen Phase, in der Mats tagtäglich mehr Wörter dazulernt und sie ganz stolz vor sich hin plappert, um deren Aussprache zu üben und sie sich einzuprägen. Und was könnte für genau diese Phase passender sein, als sich gemeinsam ein Buch mit einer so großen Fülle an Alltagsdingen anzuschauen, dass Mats gar nicht mehr aus dem Staunen herauskommt? Er zeigt stolz auf die Gegenstände, die er bereits kennt, und erfragt, die, die ihm noch unbekannt sind. Es ist eine reine Freude mit ihm gemeinsam Wort für Wort zu lernen und ihn dabei mit Büchern zu begleiten ♡. 



#10: Gutenacht-Geschichten

Meine ersten Gutenacht-Geschichten



Vorgelesen hat diese kleinen Mini-Gutenacht-Geschichten bereits meine Kollegin, deren Tochter inzwischen 19 ist... aber es gibt sie eben: die Bücher, die kein Alter kennen, die niemals out sind, und einfach immer passen. So wie diese schöne Sammlung an Gutenacht-Geschichten, die zum gemeinsamen Erzählen vor dem Einschlafen einlädt, da es auf jeder Doppelseite so viel zu entdecken gibt, dass der kleine Text völlig zur Nebensache wird. Nur leider bleibt es niemals nur bei einer Geschichte, dafür macht dieses Buch einfach zu viel Spaß... 


Was sind denn aktuelle die liebsten Bücher eurer Kleinen? Ich freue mich immer von euch zu lesen - egal ob auf instagram oder hier!

Habts schön, ihr Lieben 

Eure AC

Über Mama-Oasen [Teil 1+2]

Gestern, am Tag als plötzlich 30 unserer Liebsten unser Haus um Punkt 15Uhr stürmten, bereit um die 35 Jährchen des Babypapas zu feiern, herrschte ein solch wunderbares Treiben in Haus & Garten, dass sich all die Mühe im Voraus gelohnt hatte: 

Es waren die strahlenden Gesichter voller Wiedersehensfreude, das schallende Gelächter unserer Freunde, die wir schon viel zu lange nicht mehr gesehen hatten, die stolzen Blicke unserer Eltern und ein Matsspatz, der die Gäste verzauberte, was durch meinen ganzen Körper dieses wollige Gefühl des puren Glücks strömen ließ. 

An unserem Friede-Freu(n)de-Familien-Sonntag ♡.

Dann, inmitten all des Trubels, bemerkte ich die beiden frischgebackenen Mamis. Sah sie, die beim Stillen ihren Kleinen eine Oase der Ruhe boten. Sie, die beim in den Schlaf wiegen alles um sich herum ausblendeten. Sie, die inmitten der lautesten Geräuschkulisse leise Schlummerlieder vor sich hinsummten. Sie, die sich ihre ganz eigenen Mama-Auszeiten nahmen, wenn sie sich kurz zu ihren Kleinen kuschelten, und dabei urplötzlich alles um sich herum zu vergessen schienen.



Es waren Zweitmamis, die mir erzählten, dass sie im absoluten Gefühlschaos steckten: 

Zwar konnten sie nun, da sie erfahrener waren, und wussten, was das Wochenbett so mit sich brachte, alles viel mehr genießen, und doch kam bei beiden immer wieder auch ein Gefühl der Panik auf. Jeder Tag, jede Woche, die verging, war Anlass purer Wehmut, mit dem Wissen, dass sie all das nun zum letzten Mal erleben durften. 

Wahrscheinlich gelang es Ihnen genau deshalb so unglaublich gut, das Jetzt in all seiner Fülle aufzusaugen. Und wenn das Jetzt für sie nun mal im bezaubernden Blick ihrer winzigen Babys bestand, dann wussten sie, dass es genau DAS zu genießen galt. Und so wurden binnen eines Wimpernschlags die übrigen 30 Menschen einfach ausgeblendet, um diesen einen Moment, der so vergänglich war, auszukosten, und ihn sich von nichts und niemandem nehmen zu lassen.

Die Mutter - Grund allen Übels [Teil 1+2]

Es war eine der erschreckendsten und gleichzeitig erkenntnisreichsten Beobachtungen, als ich mir eingestehen musste, dass Mats Kreischen in turbulenten Zeiten ein Spiegel meiner Selbst war.

Die Überforderung, die ER  a u s d r ü c k t e, war eigentlich MEINE Überforderung, die ich versuchte  n i c h t  auszudrücken. Weil es ja nicht anders ging... (*)

So sehr mir diese Erkenntnis auch half ehrlich mit mir und meinen Gefühlen umzugehen, da bei der innigen Bindung zwischen Mutter und Sohn eh nichts verborgen bleibt, so sehr stellte sie mich oft auch vor Rätsel.Dann, wenn ich sie als Allheillösung anzuwenden versuchte

Wenn ich vollkommen entspannt bei einer Tasse Kaffee saß, ihn beobachtete und er wie aus dem Nichts anfing zu Kreischen: 

Dann war er MATS, kein Spiegel, einfach nur Mats! 

Mats, dessen Turm umgekippt war, Mats, der schlecht geschlafen hatte, Mats, der mit seinen Zähnen kämpft, Mats, der gerne häufiger seinen Papa um sich hätte, Mats, der trotz des Gewitters nach draußen möchte, Mats, der Lust auf Erdbeeren hat (nicht auf Apfel, Melone, Johannisbeeren...), Mats, der seine Stimme testet... einer dieser Mats eben!



"Der Grund allen Übels wird oft in der Mutter gesucht", schreibt SIE, meine heutige #Montagsmama. Als ÜBEL nennt sie die Erwartungen der Gesellschaft an ruhige, höfliche, still sitzende, durchschlafende, im Kinderwagen sitzende, anständige, bitte-/danke-sagende Äffchen.. pardon, Kinder. 

Und sie hat recht, wenn sie sagt, dass bei öffentlichen Wutanfällen der Blick der Umherstehenden sofort auf die Mutter schweift. Wie wird sie sich wohl verhalten? Die Mutter. Grund allen Übels.

STOP! Die, über die wir hier gerade reden sind Kinder, ja! Kinder von uns Müttern, ja! Aber eben auch eigenständige kleine Menschen, mit ganz eigenen Sorgen, Wünschen und Ängsten, die viel häufiger "Grund allen Übels" sind, als wir denken...

Eure AC


(*) Wer hier stutzte, kann unser turbulentes Jahr noch einmal in meinem Gastbeitrag, dem Kita-Blogpost bei der lieben Frau Tandaradei nachlesen.

Über den Respekt vor Kindern [Teil 2]

Das andere Extrem ist für mich allerdings keineswegs ein erstrebenswerteres:

Grenzen  s e t z e n, ist inzwischen zum geflügelten Wort geworden, wenn es um Kindererziehung geht. Doch, wann hört man schon einmal, dass es an der Zeit ist, die Grenzen unserer Kinder zu  w a h r e n. Sie als Menschen nicht nur zu akzeptieren, sondern zu respektieren!



Wenn Mats kurz nach dem Aufwachen von 3 Erwachsenen, möglichst auf einmal, auf den Arm genommen werden soll...

Er von wildfremden Personen in der Einkaufsstraße in die Backe gekniffen wird...

Sich über seinem Kinderwagen gebeugt so laut unterhalten wird, bis er aufwacht...

Oder er an jenem Tag im Sommer nun doch bitte beim Nachbarn ins Plantschbecken hüpfen soll, weil es doch nun mal extra für ihn aufgebaut wurde...

Dann versuche ich innezuhalten. 

Nehme ihn den Arm, gebe ihm einen intensiven Mama-Moment und versuche ihn für diesen kurzen Moment abzuschotten. Von dieser Welt, die von dem 20-Monate-alten Wesen in meinem Arm so unglaublich viel erwartet.

Kinder respektieren, heißt für mich, sie wahrzunehmen, ihnen zuzuhören, ihr 'nein' (so oft wie nur möglich) anzunehmen, sie authentisch zu behandeln, mit ihnen  e c h t e  Gespräche zu führen, das, was sie sagen, ernstzunehmen, egal, wie unsinnig, wie wenig ernstzunehmbar es auch scheint. Nur weil unsere Gedanken oftmals eingeschliffen sind, oftmals leider kaum noch vom Denken anderer abweichen, sind es doch gerade die Denkweisen unserer Kinder, die uns manchmal fehlen, um Dinge gänzlich anders zu sehen. Grund genug, mit der fest verankerten Antwort kurz innezuhalten, sich selbst zu hinterfragen, ob sie nur aus dem reinen Automatismus heraus gesteuert kommt, oder aus dem tiefen Herzen heraus, ob sie Sinn macht, notwendig ist, oder berechtigt.

Kindern Respekt beibringen... da sind sich alle einig.

Kindern Respekt beibringen, indem wir ihn ihnen vorleben... und schon bricht die Friede-Freude-Einigkeit.

Gedanken zum Sonntag.
Von eurer AC

Über den Respekt vor Kindern [Teil 1]

Ich glaube ja, Mats ist unsichtbar. 

Dabei ist er doch eigentlich so gar nicht zu übersehen, so gar nicht zu überhören, so gar nicht zu 'überlieben'.

Und doch, es gibt so unglaublich viele Situationen, die mich zweifeln lassen, ob wohl nur ICH dieses wundervolle Wesen neben mir herstapfen sehe:

  • Denn WARUM bekommt er kein "Hallo" entgegnet, wenn er es lauthals und stolz auf seinen immer größer werdenden Wortschatz in die große weite Welt da draußen hinausschmettert?

  • WARUM wird er bei Treffen mit Freunden (!) nicht in die Umarmung (oder zumindest die allgemeine Begrüßung/ Verabschiedung) mit eingeschlossen?  

  • WARUM wird all das, was er uns am Kaffeetisch mitteilen möchte mit Erwachsenengesprächen überlagert, als ob es die sanften Chillout-Klänge in einer Bar wären, die es nicht zu beachten gilt. WARUM nur dann - entsetzt! genervt! überrascht! - angestarrt, wenn die Chillout-Musik zur dröhnenden bassgestützten viel zu lauten Musik wird, die nicht mehr zum Entspannen anregt - die stört!

  • WARUM bekomme ich Einladungen zum Frühstück von einer Freundin, ebenfalls Mami, die mich fragt, ob ich vielleicht so fahren möchte, dass Mats im Auto schläft, "dass wir uns mal wieder in Ruhe unterhalten können"...!

  • Und WARUM Einladungen von einer Freundin, Nicht-Mamis, die zwei Mal nachfragt, ob Mats auch mitkommt ("Äh, nein, der macht sich dann selbst was zum Frühstück, geht dann ne Runde Spazieren und hängt die Wäsche auf bis ich wiederkomme...").



Ich habe viele WARUMs... aber nur den Versuch einer Antwort:

  • WEIL es als Mama auch mal gut tut, sich "in Ruhe" auszutauschen... ok, verstehe ich. Die Zeit wird kommen, wahrscheinlich viel zu schnell, in der ich sie alle wieder mit "ruhigen" Kaffeedates beglücken kann. Aber wenn zur Einladung eine Ausladung für diesen wunderbaren Herrn gehört, kommt die Einladung nun mal auch postwendend zurück...

  • Und: WEIL es Kinder sind... #mööp! Richtig, und doch falsch!

  • Denn WEIL es Kinder sind, so wunderbar rein, so perfekt, mit so Vielem, was wir uns von ihnen abschauen können, gebührt  i h n e n  eigentlich der wohl größte Respekt!

Eure AC

KITA: Von "hin und weg" zu hin... und weg!

Mats, AC & das Kita-Karussell


Ich bin AC, große Liebe von und zu Matsspatz, der morgen die 20-Monats-Marke knackt. Mit 10 Monaten wurde er zum Kita-Frosch. Allerdings hüpfte unser Fröschlein dort nur etwa 3 1/2 Monate ein und aus. Warum wir ihn nach so kurzer Zeit wieder abmelden mussten, was ich rückblickend anders machen würde und wie ich bei einem 2. Kind zum Thema Fremdbetreuung stehe, lest ihr heute in meinem allerersten Gastbeitrag bei der lieben @frautandaradei


Oh, ihr glaubt nicht wie gespannt ich auf eure Kommentare bin!! Der Blogbeitrag hat mich selbst einiges an Schreib-/ und Denkarbeit gekostet, da ich selbst zunächst gar nicht so recht wusste, wie ich denn nun nach diesem Schlamassel zum Thema Fremdbetreuung stehe. So habe ich die Möglichkeit genutzt, und noch einmal über alles reflektiert... und da war sie: die Erkenntnis!

Vieles sehe ich nun klarer. Ich bin gespannt, ob ihr meine Gedanken nachvollziehen könnt und wie ihr in dieser verzwickten Situation gehandelt hättet. Und auch hier ist mir ein offener und ehrlicher Austausch sehr wichtig - also, her mit euren Meinungen, egal ob PRO, CONTRA, ZWISCHENDRIN oder MEGA CONTRA ;)! 

Und nun ab zu Mats, dem ehemaligen Kita-Frosch hüpfen...[hier geht's lang]

Und wer noch mehr über Mats, den Kita-Frosch lesen mag, findet HIER unser Kita-Tagebuch zur Eingewöhnung nach dem Berliner Modell. Emotionsgeladen! Ehrlich! Ausführlich! Viel Spaß dabei!

Eure AC

Hier geht's um die Wurst [Teil 2]

Getroffene Hunde bellen


So auch ich gestern. Mein Essens-Post war wahrscheinlich gerade deshalb sehr emotional, weil mich das Thema Essen und Gewicht meines Kindes schon so lange beschäftigt, wie es diese wunderbaren Matsspatz nun mal gibt. 

Angefangen hat alles mit der niederschmetternden Diagnose: Schwangerschaftsdiabetes.

Ich? Leidenschaftliche Sportlerin mit völlig normalem BMI? Doch auch der 2. Test irrte sich nicht. Was folgte, waren anstrengende Monate des Verzichts. (Hier lest ihr mehr darüber...)
Doch für ihn, mein kleines Knöpfchen, hätte ich alles getan. Ich kontrollierte und maß, wollte ich doch alles tun, um nicht spritzen zu müssen.



Es zahlte sich aus. Und doch war ich nun im Strudel der Risikoschwangerschaft und des ewigen Messens.

Sein geschätztes Geburtsgewicht lag 1 Woche nach dem ET bei 3250g.
Geboren wurde er schließlich mit 3740g. Die Norm, wie sie uns versicherten. 

Und doch: "Boah, ist der aber groß!" "Ein echter Wonneproppen!"  Zuhause angekommen, waren dies stets die ersten Reaktionen auf dieses zauberhafte neugeborene Wesen. Und auch wenn ich weiß, dass sie in keinerlei böser Absicht geäußert wurden und Vieles im Sprachgebrauch und in der Tradition eben so verankert ist, um das liebe Neugeborene zu kommentieren, verletzten sie mich. Hätte ich noch mehr darauf achten müssen? Einmal liefen sogar die Tränen.

Warum sprach niemand über seine wundervollen Augen, seine schönen Haare? Warum ging es immer um Gewicht und Größe? Aus Trotz verzichtete ich auf eben diese Angaben auf unserer Geburtskarte. Er sollte nicht auf 54cm und 3740g reduziert werden.

Sein Name "Mats = Geschenk Gottes", das war es, was wir mit der Geburtskarte in die Welt hinaustragen wollten. Unseren Stolz. Unsere Liebe. Unser Glück.

Bereits wenige Tage nach der Geburt war klar, dass er ein Stillkind war, wie es im Buche stand. Unsere Hebamme verzichtete oft sogar aufs Wiegen, weil er so "herrlich dicke Backen hatte". Sie sagte es mit großem Stolz. Ich nahm es an und war ebenfalls stolz. Stolz auf unsere Stillbeziehung. Erleichtert, dass wir uns bezüglich des Essens und der Zunahme keinerlei Sorgen machen mussten.

Bald zeigte er erste Signale, dass auch er dieses leckere Essen da auf dem Tisch gerne einmal probieren wollte. Wir ließen ihn! Eine ganz eigene Form des #BLW folgte, mit der wir alle sehr glücklich waren. Schon im 7.Monat während unserer Elternzeit auf Mallorca aß Mats einfach mit und an den reichhaltigen Buffets gab es immer etwas für ihn. Und so verfolgte auch der Kinderarzt stolz seine Kurven, die im "absoluten Normalbereich" verliefen.



NORMAL, das war mir immer wichtig zu hören, denn noch heute höre ich regelmäßig Aussagen über sein Gewicht. Und wie bitteschön können solche Aussagen NICHT wertend sein?

Gerade gestern erst kam unsere liebe Nachbarin vorbei, klopfte auf sein Bäuchlein und sagte "Na, du hast aber einen dicken Bauch." Ich mag sie. Aber ich mochte ihre Worte nicht. Mag sie bis jetzt nicht.

Ich weiß, Vieles sind Floskeln. Vieles nehme ich mir deshalb zu Herzen, weil ich während der Schwangerschaft doch gerade deshalb so sehr verzichtet hatte, dass er ganz NORMAL #daisteswieder groß und schwer wird, und auch jetzt darauf achte, dass wir uns ausgewogen ernähren. Ganz NORMAL eben! 

Die Schwangerschaftsdiabetes hat mir nämlich gezeigt, dass es eine derart schlimme Einschränkung ins Leben, den Alltag, das Genießen ist, wenn man verzichten MUSS, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, dass er niemals eine solch rigorose Diät halten muss. Niemals Probleme mit seinem Gewicht haben wird. Niemals Diabetiker wird.

Viele haben uns in den vergangenen Monaten belächelt, wenn wir beim Essen saßen und Mats Beere um Beere, Brot um Brot verschlungen hat. Noch dazu an manchen Tagen im Eiltempo! Und, ich muss sagen, dass auch ich mir manchmal Sorgen gemacht habe. ob es ein ZU VIEL an normaler Nahrung (Süßigkeiten ausgeschlossen!) gibt. Doch, inzwischen beobachte ich ihn, weiß, dass er selbst weiß, wann es genug ist. Auch einmal einen halbvollen Teller stehen lässt. Auch einmal eine riesige Portion Kartoffeln zu Mittag verschlingt, um abends dann sein Brot links liegen zu lassen und sich nur das Gemüse zu schnappen. Er weiß also, was ihm gut tut. Wer wäre ich, wenn ich mich - durch die Kommentare anderer, die mir leider bei diesem Thema doch sehr zusetzen - davon abbringen lasse.

Und wieder sind es die Kinder, auf die es sich lohnt zu hören.
Hätte ich direkt auf Mats gehört, beobachtet, dass es ihm damit gut geht, wie er isst, was er isst, wären mir all die Sorgen erspart geblieben. Und wieder hätte ich einfach nur das ausblenden müssen, was andere sagen. 

So leicht. Und doch so schwer #wowirmalwiederbeimGewichtwären ;)

Aber, ich weiß, dass es auch einigen da draußen so geht. Deshalb lasse ich euch an meinem Weg teilhaben, und zeige, dass der Weg weg vom Gedankenwirrwarr manchmal doch noch ein sehr sehr langer sein kann...

Eure AC





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